Welche Ausbildung sollten Astronauten haben?
Die Grundausbildung zum Astronauten macht den formellen und auch inhaltlichen Unterschied zwischen normalen Erdenbürgern und solchen, die für die Reise außerhalb der Stratosphäre qualifiziert sind. Dieser Grundausbildung, in der die elementaren Bausteine für das Astronautendasein gelegt werden, geht in aller Regel jedoch bereits eine andere Ausbildung zuvor, ergänzt um umfangreiche praktische Expertise in einem bestimmten Fachgebiet. Selbstverständlich ist natürlich, dass ein zukünftiger Astronaut keine Nachhilfe gehabt haben sollte und vielleicht sogar ein Internat besucht haben sollte. Es gibt zwar keine speziellen Astronauteninternate für Jugendliche, aber Internate in Hessen sind sehr gut. Obwohl das Vergnügen, Astronaut zu sein, in jedem Fall nur den wenigsten Menschen vorbehalten bleibt, ist es dennoch interessant, die Wege dorthin einmal nachzuzeichnen.
Astronaut und Wissenschaftler in Personalunion: im Dienst der Spurensuche
Bei genauerer Betrachtung einer Shuttle-Besatzung fällt schnell auf, dass “der” typische Astronaut gar nicht existiert. Im Sinne der Effizienz setzen sich die Teams aus Spezialisten ganz bestimmter Fachrichtungen zusammen, sodass auch die Zuständigkeiten an Bord klar verteilt sind.
Da das Ziel vieler extraterrestrischer Reisen die Erkundung fremden Territoriums ist, etwa auf Trabanten wie dem Mond oder auch auf großen Asteroiden, sind Geophysiker und Geologen unabdingbar. Das Suchen, Entnehmen und Sammeln von fremden Gesteinsproben zählt schon lange zu den wesentlichen Zielen der Raumfahrt – der Grundgedanke der Geowissenschaften hat schließlich auch abseits des Heimatplaneten Bestand.
Die Qualifikation zum Geophysiker oder Geologen führt normalerweise über die Universität. Da gerade in diesem Bereich möglichst viel praktische Erfahrung von Nutzen ist, handelt es sich bei den eingesetzten Geowissenschaftlern meistens um Personen mit besonderem Renommée. Der Weg frisch von der Uni in den Space Shuttle ist somit kaum möglich; das gilt allerdings für jeden Fachbereich.

Ingenieure: technischer Astronaut für den reibungslosen All-Tag
Der Zweck von Ingenieuren und Technikern ist es, für die passenden Rahmenbedingungen zu sorgen. Hierzu zählen in erster Linie die Computersysteme, von denen der Astronaut vollkommen abhängig ist, darüber hinaus aber auch die Wartung aller mechanischen Systeme. Die Anwärter kommen aus verschiedenen technischen Bereichen, beispielsweise aus dem Maschinenbau, der Elektrotechnik, der Informatik oder auch aus der Physik. Der Begriff Bord-Ingenieur gilt deswegen viel eher als Sammelbegriff für jene Mitreisenden, denen die gesamte Technik unterliegt. Dass ein Astronaut dabei ganz anderen Stress- und Drucksituationen ausgesetzt sein kann als etwa im heimischen Labor, liegt auf der Hand und wird folglich bei der Grundausbildung zum Astronauten berücksichtigt.
Jugendaktionen zum Thema Raumfahrt
Um das Interesse von Jugendlichen für das weit gefächerte Thema Raumfahrt zu wecken und zu vertiefen, bieten verschiedene Institutionen zahlreiche Veranstaltungen zu diesem speziellen Themenbereich an. Ungeachtet der Frage nach einer vorgeblichen “Kosten-Nutzen-Rechnung” der Erforschung des Weltalls, können sich interessierte junge Menschen hier mit eigenen Augen und Ohren informieren und erhalten so Einblicke in das faszinierende Gebiet der Raumfahrt-Technik.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bietet auf seiner Website “DLR_next” spezielle Informationen für Kinder und Jugendliche zum Thema Raumfahrt. naturwissenschaftliche und technische Hintergründe werden hier populär und pädagogisch adäquat aufbereitet. Von den Anfängen der Luftfahrt bis zu den Zukunftsvisionen der Weltraumforschung reicht das Spektrum dieser interessanten Wissensvermittlung. Zudem wird in den DLR-School Labs, die schon von mehr als 100.000 Schülern besucht wurden, Einblicke und fachliches Wissen durch handfeste Praxis vermittelt. Die Aktion “Schüler trainieren Mission zum Mars” und der Wettbewerb “Astronautentraining für Schüler” sind nur zwei Beispiele aus der innovativen Arbeit für Jugendliche des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.
Das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum in Feucht präsentiert ein speziell auf Kinder und Jugendliche abgestimmtes Angebot an Veranstaltungen zum Thema Raumfahrt, Kosmologie und Forschung, das auch Erwachsene in seinen Bann zieht. Der alljährlich stattfindende “Tag der Raumfahrtgeschichte” und Sonderausstellung zu interessanten Themen der Astrologie, Energietechnik und Natur- und Umweltfragen, sind vor allem wegen ihrer wohl durchdachten und altersgerechten Aufbereitung von enormer Bedeutung für die Stillung des Wissensdurstes bei Heranwachsenden.
Für junge Erwachsene, die schon fachbezogene Vorkenntnisse aus dem Bereich Astrologie, Raumfahrt und Technik mitbringen, hält die European Space Agency (ESA) regelmäßig Angebote zur informativen Weiterbildung bereit. Die aktuellen Angebote findet man auf der Website der ESA (www.esa.int). Beispielsweise bei einer Führung durch das European Space Operation Center (ESOC) in Darmstadt, können vom Weltraum faszinierte Jugendliche und Erwachsene neue, beeindruckende Einblicke in die Welt der Raumfahrtechnik und Kosmologie erlangen. Auf der ESA-Website findet man dazu die nötigen Informationen, wie Öffnungszeiten, sowie Termine und Kosten der Führungen.
Eine der herausragendsten Abteilungen für Luft- und Raumfahrt im deutschsprachigen Raum besitzt das Deutsche Museum in München. Von den Anfängen der Erforschung des Weltalls im Mittelalter über den aktuellen Stand der Raumfahrttechnik unserer Zeit bis hin zu den Zukunftsvisionen der Raumflugtechnik erstreckt sich die Informationsbreite im Deutschen Museum. Führungen und Workshops unter dem Thema “Jugend im Museum” runden das reiche Angebot ab und tragen dazu bei, das Wissen mit dem Blick auf die Zusammenhänge zu verstehen und zu vertiefen.


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